Mit dieser Jubiläumsveranstaltung blickte die Core Facility für Massenspektrometrie der Technischen Universität München (TUM) auf ein Jahrzehnt herausragender wissenschaftlicher Arbeit zurück und setzte zugleich wichtige Impulse für die Zukunft.
Ein Jahrzehnt exzellenter Forschung am BayBioMS
Seit seiner Gründung im Jahr 2015 hat sich das BayBioMS in Freising-Weihenstephan zu einem unverzichtbaren Bestandteil der TUM-Forschungslandschaft entwickelt. Die drei Kernbereiche Proteomik, Metabolomik und Bioinformatik unterstützen Projekte aus Disziplinen der Biologie, Chemie, Medizin, Ernährungswissenschaften, Lebensmittelchemie und Physik. Mehr als 700 Forschungsprojekte und über 300 wissenschaftliche Publikationen aus den letzten zehn Jahren dokumentieren die zentrale Rolle des Zentrums für die molekulare Forschung an der TUM und darüber hinaus.
Internationales Programm mit renommierten Expertinnen und Experten
Zum Jubiläum präsentierte das BayBioMS ein hochkarätiges wissenschaftliches Programm mit internationalen Vortragenden aus jedem der drei Kernbereiche. Ergänzend stellten herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Münchner Raum aktuelle Entwicklungen der Massenspektrometrie vor.
Nach der offiziellen Begrüßung durch BayBioMS-Direktor Prof. Bernhard Küster und die stellvertretende Direktorin Prof. Corinna Dawid, sowie die Leiterinnen Dr. Karin Kleigrewe und Dr. Christina Ludwig, eröffnete Dr. Hamish Stewart (Thermo Fisher Scientific) das Symposium mit einer Übersicht über die neuesten technologischen Fortschritte in der Massenspektrometrie.
Im Fokus: Bioinformatik, Metabolomik und Proteomik
Der Vormittag stand im Zeichen der Bioinformatik, mit einem Keynote-Vortrag von Prof. Olga Vitek (Northeastern University, USA) über statistische Methoden zur Verbesserung der proteomischen Datenanalyse. Beiträge aus der TUM beleuchteten moderne Anwendungen des maschinellen Lernens in der Massenspektrometrie (Wassim Gabriel, TUM), Multiomics-basierte Einblicke in das humane Mikrobiom (Prof. Melanie Schirmer, TUM) sowie Strategien zur Vermeidung von „Data Leakage“ im biomedizinischen maschinellem Lernen (Prof. Markus List, TUM).
Am Nachmittag folgte der Themenblock Metabolomik. Keynote-Sprecher Prof. Ron Heeren (Universität Maastricht, Niederlande) zeigte neue Ansätze der bildgebenden Massenspektrometrie. Weitere Vorträge thematisierten Lipidmetabolismus in der Darmkrebsforschung (Prof. Dirk Haller, TUM), die Sicherheit pflanzenbasierter LebensmittelaIternativen (Prof. Michael Rychlik, TUM) sowie den Ernährungsmetabolismus (Dr. Michael Gigl, TUM).
Den Abschluss bildete der Bereich Proteomik, angeführt von einem Keynote-Vortrag von Prof. Albert Heck (Utrecht University, Niederlande) über Entwicklungen von Bottom-up- bis Top-down-Ansätzen im Bereich der Antikörperforschung. Zusätzliche Beiträge befassten sich mit Virus-Host-Interaktionen (Prof. Andreas Pichlmair, TUM), der Kartierung des menschlichen Gehirnproteoms (Dr. Johanna Tüshaus, TUM) und der Chromatin-Proteomik (Prof. Axel Imhof, LMU).
Stärkung des wissenschaftlichen Standorts Freising-Weihenstephan
Über 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sorgten für einen lebendigen wissenschaftlichen Austausch auf dem thematisch vielseitigen Symposium. Es wurde gefördert durch den Fonds der Chemischen Industrie sowie die Industriepartner Thermo Fisher Scientific, Sciex, Bruker und Waters. Die Veranstaltung verdeutlichte die herausragende Stellung der TUM in der Massenspektrometrie, und stärkte zugleich die Sichtbarkeit des Forschungsstandorts Freising-Weihenstephan weit über die Region hinaus.