Prof. Martin Klingenspor hat bereits einige universitäre Ämter bekleidet: Er bringt seine langjährige Erfahrung als Studiendekan und Academic Program Director für die ernährungswissenschaftlichen Studiengänge mit. Seit Herbst 2023 war er Sprecher des Forschungsdepartments Molecular Life Sciences, 2025 wurde er Dekan der School. Als Wissenschaftler forscht und lehrt er an seinem Lehrstuhl für Molekulare Ernährungsmedizin.
Wie haben Sie den Start in das neue Amt erlebt?
Meine Amtszeit begann gleich mit einem Paukenschlag: Mit unserer Dekanin Prof. Kögel-Knabner, dem Präsidenten Prof. Thomas Hofmann und dem Kanzler Albert Berger durften wir Ende September das fünfjährige Jubiläum der School of Life Sciences feiern. Der Hörsaal 14 war gut gefüllt. Einen besseren Anlass konnte es für die Amtsübergabe nicht geben. Ich fühle mich geehrt, die Nachfolge meiner hochgeschätzten Kollegin anzutreten und habe größten Respekt vor dieser verantwortungsvollen Aufgabe.
Was hat Ihnen besonders gut gefallen?
Gleich zu Beginn hat sich bestätigt, dass ich bei dieser Aufgabe durch ein äußerst engagiertes Team im Dekanat der School of Life Sciences unterstützt werde. Wir blicken auf fünf erfolgreiche Jahre zurück. Die neue Governance der School hat sich sehr gut bewährt. Das School Executive Board diskutiert anstehende Themen und bereitet Entscheidungen im School Council vor. Das gewährleistet effiziente und zielgerichtete Prozesse in der Entscheidungsfindung. Mit den neuen Berufungen an die School of Life Sciences nehme ich Aufbruchsstimmung wahr, die mich zuversichtlich auf die weitere Entwicklung in den kommenden Jahren blicken lässt. Konkret ist das zum Beispiel in der engagierten Diskussion über die Aufgaben und Ziele des neuen Agrarzentrums gemeinsam mit HSWT und LfL zu erkennen.
Was sind Ihre Ziele und Pläne für die weitere Amtszeit als Dekan?
Ich bin nun seit 18 Jahren an der TUM in Weihenstephan – schon mal eine gute Voraussetzung, um bei mehr als 80 Professorinnen und Professoren und rund 1.500 Mitarbeitenden den Überblick zu behalten. Das Amt als Dekan bedeutet einen Perspektivwechsel, den ich spannend finde. Dazu gehören die Sitzungen des erweiterten Hochschulpräsidiums gemeinsam mit der Dekanin und den Dekanen der sechs anderen Schools an der TUM, wo ich neue Einblicke in die TUM als Ganzes erhalte und die spezifischen Anliegen der School of Life Sciences zur Sprache bringen kann.
Dekan in Teilzeit ist aber auch eine Herausforderung, da die Forschung an meinem Lehrstuhl mit Leitungsaufgaben in DFG geförderten Verbundprojekten (siehe Transregio SFB BATenergy und iMAGO FOR5298) und weiteren, von DFG, BMWE und EKFZ geförderten Projekten noch auf Hochtouren läuft. Diese Forschungsaktivitäten helfen mir aber als Dekan, Verständnis für die wesentlichen Bedürfnisse und Probleme der Forschenden im Auge zu behalten. Bildlich gesprochen, sehe ich mich als Spielertrainer, der von der Bank aus, taktische und strategische Entscheidungen trifft, aber auch selbst noch aktiv in das Spiel eingreift. Dabei geht es nicht nur um die Spieler, sondern auf allen Ebenen um das unterstützende Personal, das den Spielbetrieb am Laufen hält.
Wo können wir noch besser werden?
- An der School of Life Sciences arbeiten herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, deren exzellenten Forschungsarbeiten nationale und internationale Sichtbarkeit erlangen. Die School bildet ihre „One Health“ Vision in der erforderlichen Breite ab, um die Herausforderungen der Zukunft zu adressieren. Im November wurde bekannt, dass 10 der insgesamt 17 Highly-Cited Researchers der TUM an der School of Life Sciences arbeiten. Diese wissenschaftliche Exzellenz wollen wir künftig nutzen, um unseren forschungsstarken Standort durch Verbundprojekte weiter auszubauen und gezielt Schwerpunkte zu setzen, aus denen Exzellenzcluster entstehen können.
- Bürokratische Hürden müssen abgebaut werden, um Forschung und Entwicklung zu beschleunigen. Von vielen Seiten höre ich Klagen, dass interne Prozesse überreguliert sind. Natürlich brauchen wir Bürokratie, aber wir sollten in manchen Belangen nicht mehr Musterschüler sein wollen. Interne Prozesse müssen auf den Prüfstand, um überflüssige Regularien im Rahmen der rechtlichen Bestimmungen abzuschaffen. Dies gilt zum Beispiel für Studium und Lehre, Bauwesen, Personalvorgänge und Kooperationsverträge. Ich habe im School Council dazu aufgerufen, eine Hitliste von zehn Prozessen zu erstellen, die wir entweder abschaffen oder drastisch vereinfachen können. Möglicherweise gibt es noch mehr, aber wir fangen jetzt einfach mal an.
- Aktiv stärken möchte ich den sogenannten Mittelbau entlang den Leitlinien der TUM Agenda 2030: Das heißt, mehr Entscheidungsfreiheit und Verantwortung an die Mitarbeitenden in den wissenschaftlichen und wissenschaftsstützenden Bereichen zu übertragen, um die Forschenden von administrativen Aufgaben zu entlasten. Das sollte mit Entwicklungschancen für die Mitarbeitenden verbunden sein, die diese Herausforderungen annehmen.
- Die Verwirklichung und Akzeptanz solcher Maßnahmen erfordern Pflege und Ausbau der internen Kommunikation. Darauf lege ich großen Wert und suche nach Möglichkeiten, den Austausch zu intensivieren. Nur so können wir nach außen geschlossen auftreten und erfolgreich unsere Ziele umsetzen.