Prof. Martin Klingenspor begrüßte den Freisinger Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher, den TUM-Vizepräsidenten Prof. Gerhard Kramer, die Mitglieder und Emeriti der Universität sowie weiterer Einrichtungen auf dem Campus in Freising-Weihenstephan.
Grußwort des Freisinger Oberbürgermeisters Tobias Eschenbacher
Oberbürgermeister Eschenbacher sagte, er komme gerne an die School, um Neues aus der interdisziplinären Forschung zu erfahren – von der Grundlagenforschung bis zu aktuellen Problemen, die die Welt beschäftigen.
Er dankte allen, die in Lehre, Forschung und allen weiteren Strukturen auf dem Campus arbeiten, und besonders für die gute Zusammenarbeit zwischen der TUM und der Stadt Freising in seiner 14-jährigen Amtszeit. Eschenbacher dankte auch Prof. Stephan Pauleit, der in Freising ehrenamtliches Mitglied im Energie- und Klimabeirat ist.
Prof. Klingenspor dankte dem Oberbürgermeister ebenfalls für die gute partnerschaftliche Zusammenarbeit und überreichte ihm ein kleines Präsent aus der Forschungsbrauerei.
Grußwort des TUM Vizepräsidenten Prof. Gerhard Kramer
Vizepräsident Prof. Gerhard Kramer bezeichnete die School of Life Sciences als „tragende Säule der TUM“: Ihre Forschungsthemen Ernährungssicherheit, Klimawandel, Biodiversität, nachhaltige Ressourcennutzung berühren die Menschen unmittelbar. Die Forschung solle Akzeptanz gewinnen und in einen Dialog mit Öffentlichkeit treten.
„Die TUM School of Life Sciences ist ein Beispiel für die Stärke der konvergenten Forschung, bei der sich die Lebenswissenschaften mit Ingenieurwesen, Datenwissenschaft, Sozialwissenschaften und Medizin überschneiden und so neue Perspektiven und effektive Innovationen hervorbringen. Dieser interdisziplinäre Ansatz ist ein Markenzeichen der Technischen Universität München“, sagte der Vizepräsident.
Jahresrückblick des Dekans Prof. Martin Klingenspor
Prof. Klingenspor ließ das Jahr 2025 Revue passieren – ein Highlight war der fünfte School-Geburtstag, bei dem er auch die Nachfolge von Prof. em. Ingrid Kögel-Knabner im Dekanat antrat.
Als Erfolgsfaktoren der School nannte Prof. Martin Klingenspor die 1.458 TUM-Beschäftigten in Weihenstephan und deren enorme Bandbreite an Expertise – nicht nur in der Forschung, sondern auch im Labor, im Hörsaal, Technikum, Gewächshaus, im Freiland oder im Büro. Die School bildet selbst Fachkräfte aus und ist daran interessiert, sie als Beschäftigte zu halten.
Als wissenschaftlichen Erfolgsfaktor nannte er die Berufungsstrategie: Seit 2020 wurden 39 neue Professorinnen und Professoren berufen, davon 40 % international und rund die Hälfte weiblich. Weitere Berufungsverfahren laufen derzeit, zum Beispiel im Pflanzenbau und in der Bodenkunde.
Hinzu kamen zwei Jubiläen: Das Bayerische Zentrum für Biomolekulare Massenspektrometrie (BayBioMS) beging im Jahr 2025 sein 10-jähriges Bestehen mit einem hochkarätig besetzten Symposium. Das Else Kröner Fresenius Zentrum für Ernährungsmedizin (EKFZ) feierte seinen 20. Geburtstag: Am EKFZ arbeiten die TUM School of Life Sciences und die TUM School of Medicine and Health gemeinsam an der Schnittstelle von Grundlagenforschung und klinischer Praxis.
Höhepunkte der lokalen Wissenschaftskommunikation waren der 50. Vortrag bei TUM@Freising und der zweite Freisinger Science Slam.
Neue Einrichtungen der School für die Forschung
Im Sommer eröffnete die TUM auf einem Feld ihrer Versuchsstation Dürnast (Kreis Freising) eine Agri-Photovoltaikanlage: Hier werden die Auswirkungen von Agri-PV interdisziplinär erforscht, vom Ertrag an Feldfrüchten und Strom bis zu ökologischen Aspekten wie Mikroklima und Biodiversität.
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert die Beschaffung eines Life Science Compute Clusters, der vom LRZ betrieben wird, sowie eines Micro-Computertomographen zur 3D-Bildgebung in der Biochemie. Das zugehörige CT-Lab wurde im Sommer 2025 eröffnet.
Highlights aus der Forschung
Im November wurde das jährliche Ranking „Highly Cited Researchers“ veröffentlicht: 10 von 17 meistzitierten TUM-Forschenden kommen aus der School of Life Sciences. Prof. em. Ingrid Kögel-Knabner ist zum 11. Mal in Folge dabei, Prof. Rupert Seidl zum 6. Mal in Folge.
Zwei Forschende der TUM erhielten ERC Grants: Prof. Richard Peters einen ERC Starting Grant, Prof. Stefan Guldin einen Consolidator Grant.
ARPOSO Biotech, ein Team vom Lehrstuhl für Brau- und Getränketechnologie, gewann den 3. Platz beim TUM IDEAward: Eine essbare Beschichtung für Obst und Gemüse soll dafür sorgen, dass Lebensmittel länger halten und weniger Verpackungsmüll anfällt.
Highlights aus dem Studium
Im Jahr 2025 haben mehrere Studienbereiche der Life Sciences wieder sehr gut in Fächer-Rankings abgeschnitten, besonders die Agrar- und Forstwissenschaften – sie lagen im Shanghai-Ranking 2025 auf Platz 1 in Deutschland und auf Platz 6 weltweit. Auf Rang 1 in Deutschland waren außerdem die Umweltwissenschaften, die Biologie und Biotechnologie, auf Rang 2 die Lebensmitteltechnologie.
Diese Zahlen seien wichtig, um exzellente Studierende zu gewinnen, erklärte Prof. Klingenspor, insbesondere auf internationaler Ebene. Im Sommer 2025 fand mit der Graduation Ceremony die erste zentrale Master-Abschlussfeier der School statt, die aufgrund der positiven Resonanz auch für 2026 fest eingeplant ist.
Ausblick auf das Jahr 2026
Noch im Januar wird das Zentrum für Alpine Waldwirtschaft seine Arbeit aufnehmen: Es sind fünf Professuren der School beteiligt, die sich auf den Wald und die Forstwirtschaft im Alpenraum fokussieren werden. Außerdem ist für den Frühsommer die Einweihung des TUM-Zentrums für Infektionsprävention (ZIP) geplant – wichtig insbesondere für die Immunologie und die Mikrobiologie.
Auch bei Baumaßnahmen auf dem Campus wird einiges passieren, geplant sind unter anderem die Erneuerung der Mensa-Bestuhlung, eine Flachdachsanierung und Begrünung des Zentralen Hörsaalgebäudes (ZHG). Im Vorjahr wurden bereits die Aufenthaltsflächen im Freien aufgewertet.
Neuberufungen und Verabschiedungen
Prof. Wilfried Schwab, Prodekan für Studium und Lehre, stellte die neuen Professorinnen und Professoren vor. Neu berufen wurden im Jahr 2025:
- Prof. Ann-Marie Waldvogel (Global Change Limnology und Leitung der Limnologischen Station in Iffeldorf)
- Prof. Anna Dowbaj (Integrated Organoid Systems)
- Prof. Michael Pester (Mikrobielle Physiologie)
- Prof. Marjolein Buisman (Management of Digital Food Businesses)
- Prof. Natalie Krahmer (Metabolic Cell Architecture)
- Prof. Corinna Dawid, die bereits seit 2019 Professorin an der TUM ist, übernahm die Direktion des Leibniz-Instituts für Lebensmittel-Systembiologie an der TUM (LSB).
Hinzu kommen zwei Ernennungen von außerplanmäßigen Professuren: Apl. Prof. Tina Heger (Theoretische Ökologie und Invasionsbiologie) und apl. Prof. Sebastian Meyer (Ökosystemfunktionen und Biodiversität).
Prodekanin Prof. Mirjana Minceva erinnerte an Prof. Mariana Rufino, die im vergangenen Jahr nach schwerer Krankheit verstorben ist. Sie hatte von 2023 bis 2025 den Lehrstuhl für Livestock Systems inne.
Prof. Minceva verabschiedete die emeritierten Professorinnen und Professoren und überreichte ihnen Porträtbilder: Diese schmücken künftig eine Wand im Foyer des Zentralen Hörsaalgebäudes (ZHG). In dieser „Hall of Scholars“ werden alle emeritierten Professorinnen und Professoren vertreten sein, die seit 2020 an der School of Life Sciences gewirkt haben.
In den Ruhestand gingen nach langjähriger Forschung und Lehre an der TUM:
- Prof. Vera Bitsch (Ökonomik des Gartenbaus und Landschaftsbaus)
- Prof. Ingrid Kögel-Knabner (Bodenkunde / ehemalige Dekanin)
- Prof. Wolfgang Liebl (Mikrobiologie / ehemaliger Prodekan)
- Prof. Jörg Völkel (Geomorphologie und Bodenkunde)
Prof. em. Ingrid Kögel-Knabner wird sich weiterhin für die TUM einsetzen: Sie wurde kürzlich in den Kreis der TUM Emeriti of Excellence aufgenommen.
Weitere erfreuliche Personalia des Jahres 2025 waren der 100. Geburtstag von Prof. em. Wolfgang Haber sowie der TUM Supervisory Award: Damit wurde Prof. Mathias Wilhelm vom TUM Graduate Council für seine herausragende Betreuung der Promovierenden ausgezeichnet.