TUM und DLR sichern einzigartiges Archiv des Umweltwandels für Europa
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Im Projekt EUROLAND wollen die Technische Universität München (TUM) und das DLR das vollständige Landsat-Archiv seit 1972 auf deutscher Infrastruktur spiegeln. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert das Vorhaben mit rund 2,5 Millionen Euro.
Fünf Jahrzehnte Erdbeobachtung sichern
Das Landsat-Programm der National Aeronautics and Space Administration (NASA) liefert seit mehr als fünf Jahrzehnten kontinuierlich Aufnahmen der Erdoberfläche. Seit Beginn der Aufzeichnung 1972 sind rund zehn Petabyte Bildmaterial gespeichert worden. Das entspricht zehn Millionen Gigabyte – genug Speicherplatz für rund zwei Milliarden hochauflösende Fotos mit je fünf Megabyte Dateigröße.
Die Daten sind Grundlage für Klima- und Umweltforschung, Waldmonitoring, Landwirtschaft, Wasserwirtschaft, Biodiversitätsforschung und die Analyse städtischer Entwicklungen. Keine andere Satellitenmission bietet eine vergleichbar lange und konsistente Zeitreihe globaler Beobachtungen.
Warum Europa unabhängigen Zugang braucht
Bislang werden Landsat-Daten ausschließlich von der NASA bereitgestellt. Dadurch ist die europäische Forschung von politischen Entscheidungen und Infrastrukturen außerhalb Europas abhängig. Frühere Einschränkungen und zeitweise Ausfälle haben gezeigt, wie verletzlich dieser Zugang sein kann. EUROLAND soll sicherstellen, dass das gesamte Landsat-Archiv künftig unabhängig und dauerhaft in Europa verfügbar bleibt.
Daten speichern, aufbereiten und nutzbar machen
Geplant ist, das Landsat-Archiv im Deutschen Satellitendatenarchiv (D-SDA) des DLR mithilfe des Leibniz-Rechenzentrums (LRZ) zu spiegeln. Zusätzlich sollen speziell für europäische Anforderungen aufbereitete Datensätze entstehen, die Forschenden den direkten Einsatz der Daten erleichtern. Neben der langfristigen Sicherung der Originaldaten sollen moderne Analyseprodukte entstehen, die frei zugänglich zur Verfügung stehen.
TUM, DLR und LRZ bündeln ihre Expertise
Eine zentrale Rolle spielt die Zusammenarbeit von TUM, DLR und Leibniz-Rechenzentrum (LRZ). Das DLR bringt seine Erfahrung beim Betrieb großer Erdbeobachtungsarchive ein. Die Professur für Earth Observation for Ecosystem Management an der TUM School of Life Sciences unter Leitung von Cornelius Senf entwickelt moderne Verfahren zur Verarbeitung und wissenschaftlichen Nutzung der Daten. Das LRZ stellt die dafür nötige Rechen- und Speicherinfrastruktur bereit.
Ein Datenschatz für Umweltanalysen
„Landsat ist das Rückgrat zahlreicher Umwelt- und Klimastudien weltweit. Wenn wir verstehen wollen, wie sich Wälder, Gewässer, unsere Landwirtschaft oder Städte über Jahrzehnte verändert haben, dann ist Landsat oft unsere einzige Datenquelle. Mit EUROLAND schaffen wir die Grundlage dafür, dass die europäische Forschung dauerhaft und unabhängig auf diesen einzigartigen Datenschatz zugreifen kann“, hebt Cornelius Senf hervor. Weiterhin betont er: „Europa benötigt nicht nur Zugang zu wichtigen Forschungsdaten, sondern auch die Fähigkeit, diese Daten selbst zu speichern, zu verarbeiten und langfristig bereitzustellen. Gemeinsam mit dem DLR und dem LRZ bauen wir eine Infrastruktur auf, die wissenschaftliche Exzellenz mit digitaler Souveränität verbindet.“
Mit dem 18-monatigen Projekt stärken die Partner die Unabhängigkeit der europäischen Forschung und ermöglichen künftige Analysen des Umweltwandels – von Wäldern und Gewässern über Landwirtschaft bis hin zu Städten und Klimafolgen.