"Aus dem All: Was Satelliten über unsere Wälder verraten" - TUM@Freising Vortrag mit Prof. Cornelius Senf
TUM@Freising, Forschung |
Gut ein Drittel der weltweiten Landfläche ist von Wäldern bedeckt. Sie spielen eine wichtige Rolle im Klimawandel und dessen Eindämmung, weil sie rund die Hälfte der jährlichen globalen Kohlenstoffemissionen aufnehmen. Die zukünftige Rolle von Wäldern als Kohlenstoffsenke ist allerdings ungewiss, da viele Wälder durch zunehmende Landnutzung und klimatische Extreme unter immer mehr Druck geraten.
Zu verstehen, wie sich globale Wälder unter diesen Bedingungen verändern, ist eine große methodische Herausforderung. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Erdbeobachtung als entscheidende Methode erwiesen: Dabei wird die Erdoberfläche mittels Satellitendaten erfasst und vermessen. Die Erdbeobachtung erlaubt daher, die Wälder global aus dem All zu überwachen – unabhängig von politischen oder biogeographischen Grenzen.
Die Europäische Weltraumorganisation ESA und die US-amerikanische NASA stellen weltweite Satellitendaten zum Umweltmonitoring zur Verfügung. Die Datenmenge wächst dabei jährlich um mehrere Petabytes (ein Petabyte entspricht einer Million Gigabytes). Solch riesige Datenmengen stellen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vor große technische Herausforderungen.
Die Arbeitsgruppe von Prof. Cornelius Senf entwickelt Ansätze zur globalen Überwachung von Wäldern und nutzt dafür Hundertausende von Datensätzen, die per Satelliten generiert wurden. Das Ziel dieser Forschung: Veränderungen des Waldes, die durch Landnutzung und Klimawandel bedingt sind, sollen lückenlos und global erfasst werden. Mit den so gewonnenen Erkenntnissen können wir diesen wichtigen Kohlenstoffspeicher besser verstehen.
Vortragstermin:
Donnerstag, 11. Juni 2026, 19:00 Uhr
Lindenkeller in Freising
Nach dem Vortrag sind alle Interessierten eingeladen, ihre Fragen an den Referenten zu stellen. Es moderiert die TUM-Professorin Sara Leonhardt.
Über den Referenten:
Cornelius Senf studierte Geografie und Physik in Berlin und promovierte 2016 mit einer Arbeit über Satellitendaten zu Insektenausbrüchen in British Columbia, Kanada. Als Postdoc forschte er an der Universität für Bodenkultur in Wien, am Integrative Research Institute on Transformations of Human-Environment Systems in Berlin und schließlich ab dem Jahr 2020 an der Technischen Universität München (TUM) in Freising-Weihenstephan.
Hier habilitierte Cornelius Senf im Jahr 2023 im Fachbereich Erdbeobachtung und wurde 2024 als Assistenzprofessor berufen. Ein Anliegen seiner Forschung mit Satellitendaten ist, die gewonnenen Erkenntnisse für ein nachhaltiges Management von Ökosystemen bereitzustellen.
Im Dezember 2025 wurde Prof. Senf zudem in das interdisziplinäre Landsat Science Team (LST) berufen. Diese Einladung durch die NASA und den U.S. Geological Survey (USGS) gilt als besondere wissenschaftliche Auszeichnung.
Über die Reihe:
Die Vortragsreihe „TUM@Freising – Wissenschaft erklärt für ALLE“ wird von der Technischen Universität München gemeinsam mit der Stadt Freising organisiert. In regelmäßigen Abständen stellt die TUM School of Life Sciences ihre Forschung in Form eines für Laien interessanten Vortrags vor. Eine anschließende Diskussion mit dem Publikum ist nach jedem Vortrag ausdrücklich erwünscht. Die Vortragsreihe soll den Freisinger Bürgerinnen und Bürgern einen direkten Zugang zur wissenschaftlichen Arbeit am Campus Weihenstephan ermöglichen und bietet den Forschenden öffentlichen Input für ihre Forschungsarbeiten.