Zu seinen Schwerpunkten zählt auch die Frage, wie Mikroorganismen zu biogeochemischen Kreisläufen in Süßgewässern und Böden beitragen. Seine Forschung hat auch das Ziel, neuartige Mikroorganismen und neue Stoffwechselwege zu entdecken.
Was fasziniert Prof. Michael Pester besonders an seinem Fachgebiet?
„An der mikrobiellen Physiologie fasziniert mich, dass sie verstehen hilft, wie Ökosystemdienstleistungen und zentrale Stoffkreisläufe in der Natur funktionieren. Mikroorganismen treiben viele dieser Prozesse maßgeblich an. Ein Beispiel ist die Nitrifikation: Sie spielt eine Schlüsselrolle bei der Entfernung überschüssigen Stickstoffs – sowohl in Kläranlagen als auch in natürlichen Gewässern. Mikrobielle Prozesse beeinflussen unter anderem die Wasser- und Bodenqualität, die Emission von Treibhausgasen und letztlich auch die menschliche Gesundheit. Genau diese enge Verbindung zwischen Umwelt, Klima und Gesellschaft macht mein Fachgebiet so spannend.“
Worauf freut sich Prof. Michael Pester bei seiner Arbeit am TUM Campus in Freising?
„Ich freue mich besonders auf die vielfältigen Austausch- und Kooperationsmöglichkeiten am Campus Freising und im Großraum München. In unserer Forschung arbeiten wir oft mit Umweltproben aus Seen oder Böden, weshalb die Vernetzung innerhalb des TUM-Wasserclusters und der Bodenkunde für uns sehr wertvoll ist“, sagt Prof. Pester.
„Gleichzeitig bietet die breit aufgestellte Mikrobiologie an der School of Life Sciences ein spannendes wissenschaftliches Umfeld. Die unterschiedlichen Professuren schaffen ein echtes Zentrum für mikrobiologische Forschung und eröffnen uns neue Perspektiven im One-Health-Kontext – auch in enger Verbindung mit den Ernährungswissenschaften.“
Über Michael Pester: Er studierte Biologie an der Universität Konstanz und promovierte am Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie. Nach seiner Postdoc-Zeit an der Universität Wien leitete er eine Nachwuchsgruppe an der Universität Konstanz und habilitierte dort im Jahr 2017. Im selben Jahr folgte er einem Ruf an die TU Braunschweig und leitete parallel die Abteilung für Mikroorganismen am Leibniz-Institut DSMZ. Am 1. Juli 2025 wurde Prof. Michael Pester auf den Lehrstuhl für Mikrobielle Physiologie an der TUM in Weihenstephan berufen.