Workshop der Päpstlichen Akademie und des Crop Trust über Bewahrung der Pflanzenvielfalt im bio-digitalen Zeitalter
Nachhaltigkeit, Forschung |
Der Workshop “Conservation and use of crop diversity in the bio-digital age” (Erhaltung und Nutzung der Pflanzenvielfalt im bio-digitalen Zeitalter) fand am 13. März 2026 in Rom statt – organisiert von der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften (PAS) und dem Welttreuhandfonds für Kulturpflanzenvielfalt (Global Crop Diversity Trust). Die Agrarwissenschaftlerin und Pflanzengenetikerin Prof. Chris-Carolin Schön war eingeladen, einen Vortrag über genetische Ressourcen zu halten. Mit ihrer Forschung optimiert sie Züchtungsprozesse bei Pflanzen, um ertragreiche, klimaangepasste Sorten zu züchten und die genetische Vielfalt unserer Kulturarten zu erhöhen.
Genetische Vielfalt als Grundlage zukunftsfähiger Landwirtschaft
So lautete das Vortragsthema von Prof. Schön. Denn die Anpassung von Kulturpflanzen an veränderte Klimabedingungen gehört zu den zentralen Aufgaben der modernen Pflanzenzüchtung. Dabei wird die genetische Vielfalt genutzt, um Eigenschaften wie eine frühe Jugendentwicklung oder Kälte- und Trockenstresstoleranz gezielt zu verbessern. Dafür werden lokal angepasste Pflanzenpopulationen genutzt, die in der heutigen Landwirtschaft keine Rolle mehr spielen, aber als Reservoir nutzbarer genetischer Diversität in Genbanken erhalten werden.
Auf Basis molekularer Analysen sowie aussagekräftiger phänotypischer und physiologischer Daten lassen sich genetische Faktoren identifizieren, die die Anpassung von Pflanzen an heutige und zukünftig zu erwartende Umweltbedingungen beeinflussen. Sind diese bekannt, können sie zur Entwicklung klimaangepasster Züchtungsstrategien genutzt werden. Die vorgestellten Forschungsergebnisse stammen zum Großteil aus dem vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) geförderten Projekt „MAZE“.
Genbanken als Hüter von Ressourcen
Gemäß dem Abschlussbericht der Päpstlichen Akademie gibt es weltweit etwa 900 Genbanken, darunter die internationalen Genbanken, die von der Consultative Group for International Agricultural Research (CGIAR) verwaltet werden. Der Globale Saatgut-Tresor auf Spitzbergen, nahe dem Nordpol, dient ihnen als Sicherheitsreserve. Diese Genbanken sind Hüter von Ressourcen, die dauerhaft geschützt werden müssen. Der Internationale Vertrag über pflanzengenetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft bildet den institutionellen Rahmen für den Zugang und den Vorteilsausgleich.
Forschungsförderung der Päpstlichen Akademie und des Crop Trust
Die Päpstliche Akademie der Wissenschaften (PAS) wurde im Jahre 1603 gegründet und steht unter dem Schutz des regierenden Papstes. Ihr Ziel ist es, den Fortschritt in der Mathematik, Physik und Naturwissenschaften sowie das Studium der damit verbundenen erkenntnistheoretischen Probleme zu fördern. Die Ergebnisse der Treffen werden dem Papst mitgeteilt, der sich so über die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse informiert und diese wiederum in seine Entscheidungen und Botschaften einfließen lassen kann.
Der Welttreuhandfonds für Kulturpflanzenvielfalt (Global Crop Diversity Trust) ist eine unabhängige internationale Organisation mit Sitz in Bonn. Das Ziel des Crop Trust ist es, die Biodiversität (Agrobiodiversität) sowie die Vielfalt an Sorten des Saatgutes von Nutzpflanzen zu bewahren und verfügbar zu halten, um die Ernährung der Weltbevölkerung sicherzustellen.