ESCIB-Projektstart: Unterstützung von Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft in der biobasierten Wirtschaft Europas

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Es ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer biobasierten Wirtschaft in Europa: Am 16. und 17. Januar 2024 startete in München das neue Horizon Europe Projekt. Auch die TUM-Forschungsgruppe Stoffstrommanagement ist daran beteiligt. Ziel des Projekts ist es, die europäische biobasierte Wirtschaft durch die Entwicklung wichtiger Bewertungsmethoden zu unterstützen, die eine schnellere und genauere Bewertung ihrer Wertschöpfungsketten ermöglichen.

Projektkonsortium ESCIB (Bild: WIP Renewable Energies / Dominik Rutz)

Organisationen und Länder auf der ganzen Welt haben Strategien und Vorschriften eingeführt, um die Umweltauswirkungen zu verringern und die Nachhaltigkeit von Produkten insgesamt zu verbessern. Dank dieses Vorstoßes werden viele Innovationen und neue Technologien entwickelt, um Materialien und Waren auf der Grundlage von Biomasse herzustellen. Um zu beurteilen, ob diese Produkte besser sind als herkömmliche Produkte, werden Lebenszyklusanalysen durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Bewertungen ermöglichen es, Produkte zu beurteilen, die entwickelt oder bereits auf dem Markt angeboten werden. Eine Herausforderung besteht jedoch darin, dass diese Bewertungen kompliziert sein können. Das gilt insbesondere für Produkte, die sich noch in der Entwicklung befinden, also für Produkte, die auf sogenannten niedrigen Technology Readiness Level (TRL) basieren.

Das von der EU finanzierte ESCIB-Projekt zielt darauf ab, die europäische biobasierte Wirtschaft durch die Entwicklung wichtiger Bewertungsmethoden zu unterstützen, die eine schnellere und genauere Bewertung ihrer Wertschöpfungsketten ermöglichen. Im Mittelpunkt des ESCIB-Projekts steht die Entwicklung standardisierter Lebenszyklus-Methoden zur Bewertung der Nachhaltigkeit biobasierter Systeme auf verschiedenen Technology Readiness Level (TRL). Dies wird dazu beitragen, die Nachhaltigkeit biobasierter Produkte weiter zu verbessern, potenzielle negative Auswirkungen zu verringern und die Vorteile biobasierter Produkte im Vergleich zu Produkten auf fossiler Basis hervorzuheben. Das Projekt hat folgende Ziele:

  • Entwicklung umfassender Bewertungsmethoden: Einführung genauer und effektiver Methoden zur Bewertung der Nachhaltigkeit verschiedener TRLs auch unter Einbeziehung sozioökonomischer Faktoren.
  • Förderung der Kooperation mit der Industrie: Zusammenarbeit mit fünf führenden Industrieunternehmen (GROWN Bio, Lenzing, Stora Enso, Unilin und Bio Based Supply), um die praktische Anwendbarkeit dieser Methoden zu verbessern. Dies wird für Zertifizierungsstellen bei der Produktkennzeichnung und -zertifizierung von großer Bedeutung sein.
  • Harmonisierung mit der EU-Politik: Ausrichtung unserer Umwelt- und Kreislaufwirtschaftsanalysen an den europäischen Green Deal und den Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft.
  • Hilfestellung für Forschung und Innovation: Richtungsweisung für zukünftige Forschung und Innovation in biobasierten Sektoren.

Durch intensive Forschung und gemeinsame Anstrengungen ist ESCIB in der Lage, einen bedeutenden Wandel hin zu einer nachhaltigeren und umweltbewussteren Zukunft voranzutreiben. Das Konsortium besteht aus zwölf europäischen Institutionen aus Forschung und Praxis aus Deutschland, Belgien, den Niederlanden, Portugal, Finnland, Österreich, Luxemburg und der Schweiz, die alle über Fachwissen im Bereich der biobasierten Wirtschaft verfügen.

Kontakt

Prof. Dr. Gabriele Weber-Blaschke, Dr. Omar Hijazi
Forschungsbereich Stoffstrommanagement
Hans-Carl-von-Carlowitz-Platz 2
85354 Freising
weber-blaschke@hfm.tum.de
hijazi@hfm.tum.de