Holzforschung München (HFM)
Die Holzforschung München (HFM) an der Technischen Universität München (TUM) zählt zu den führenden Zentren für zukunftsorientierte Holzforschung in Europa. Im Fokus steht die Entwicklung innovativer Lösungen für eine klimafreundliche, ressourceneffiziente und nachhaltige Nutzung des Werkstoffs Holz.
In fünf strategischen Forschungsbereichen entstehen Lösungen für zentrale Herausforderungen der Zukunft – unterstützt durch eine leistungsfähige technische Infrastruktur.
Gemeinsam gestalten alle Abteilungen der HFM moderne Lehrinhalte für Studiengänge rund um Forst‑ und Holzwissenschaften, Bauingenieurwesen und Nutzung nachwachsender Ressourcen – und bilden damit die Fachkräfte für die nachhaltige Materialwelt von morgen aus.
Zusätzlich betreibt die HFM eine bauaufsichtlich anerkannte Prüf‑, Überwachungs‑ und Zertifizierungsstelle für Holzbauprodukte und bietet Dienstleistungen im Bereich von Gutachten, Sonderprüfungen und Produktentwicklungen an – ein entscheidender Mehrwert für Industriepartner, die auf Qualität, Sicherheit und Innovation setzen.
Forschungsschwerpunkte
- Materialwissenschaften Holz
Strukturen, Eigenschaften und Funktionen von Holz und anderen lignifizierten Pflanzengeweben auf unterschiedlichen Längenskalen (molekular bis makroskopisch) in Abhängigkeit von den Umweltbedingungen.
- Holztechnologie
Mechanik und Physik von Holz, Holzbauprodukte und Holzwerkstoffe, Sortierverfahren, Qualitätsbewertung, NDT und Computermodellierung, Bestandsbeurteilungen, Klebstoffe, Brandverhalten von Holz.
- Pilz-Biotechnologie in der Holzwissenschaft
Charakterisierung Holz- und Lignozellulose-abbauender Pilze - von der Aufklärung der molekularen Signalwege der Substraterkennung bis zur Nutzung in biotechnologischen Anwendungen der zirkulären Bioökonomie.
- Rohstoff‑ & Produktchemie
Chemische Charakterisierung von Holz, Holzschutzmittelanalysen und Forschung zu thermisch und chemisch modifiziertem Holz.
- Stoffstrommanagement
Stoffstromanalysen, Ökobilanzen und Strategien für eine nachhaltige, zirkuläre Nutzung von Holz(produkten) inkl. Rest- und Altholz.
Professuren der Holzforschung München
Die HFM vereint vier profilstarke Professuren, die gemeinsam das gesamte Spektrum moderner Holzforschung, nachhaltiger Ressourcenwissenschaft und materialwissenschaftlicher Innovation abdecken und damit eine einzigartige wissenschaftliche Breite schaffen, die von technologischen Grundlagen über biotechnologische Prozesse bis hin zu ökologischer Bewertung und funktionalen Materialentwicklungen reicht:
Holztechnologie
Leitung: Prof. Jan Willem van de Kuilen | Schwabing-West
Pilz-Biotechnologie in der Holzwissenschaft
Leitung: Prof. Dr. J. Philipp Benz | Weihenstephan
Stoffstrommanagement
Leitung: Prof. Dr. Gabriele Weber-Blaschke | Weihenstephan
Wood Science and Functionalization
Leitung: Prof. Dr. Michaela Eder | Weihenstephan
Infrastruktur für Prüfen, Forschen und Zertifizieren




Die Holzforschung München ist als Prüflabor (EN 17025) und als Zertifizierungsstelle (EN 17065) akkreditiert sowie als PÜZ-Stelle nach EU‑Bauproduktenverordnung (CE‑Zeichen) und Landesbauordnung (Ü‑Zeichen) anerkannt. Wir prüfen, überwachen und zertifizieren Holzbauprodukte und unterstützen Unternehmen bei Produktentwicklung, Qualitätssicherung und Sonderfragestellungen.
PÜZ Holzbauprodukte - Leistungen im Überblick
European Journal of Wood and Wood Products
Das European Journal of Wood and Wood Products präsentiert internationale Forschungsergebnisse und Entwicklungen rund um Holz und Holzprodukte. Im Fokus stehen ihre biologischen, chemischen, physikalischen und mechanisch-technologischen Eigenschaften, ihre Verarbeitung sowie vielfältige Anwendungsbereiche.
Die Themen reichen von Rund- und Schnittholz über Holzwerkstoffe bis hin zu den zugrunde liegenden Technologien – mit besonderem Schwerpunkt auf Anwendungen im Bauwesen.
Der Fokus liegt auf wissenschaftlichen Arbeiten mit hoher praktischer Relevanz.
Wood Science and Technology
Wood Science and Technology veröffentlicht originale wissenschaftliche Beiträge aus allen Bereichen der Holzwissenschaft und Holztechnologie.
Die Inhalte umfassen die grundlagenorientierte Charakterisierung holzbasierter Materialien sowie innovative Technologien, Methoden und Verfahren – von der biologischen und technischen Desintegration über Materialmodifikation bis hin zur Herstellung neuer Werkstoffe.
| Herausgeber: | Prof. Dr. Klaus Richter, Prof. Dr. Jan-Willem van de Kuilen, München |
|---|---|
| Fragen? Unsere Redaktion hilft weiter | Tel.: +49 89 2180 6475 |
Die Xylothek der Holzforschung ist eine weltweit bedeutende Sammlung, in der Holz nicht nur untersucht, sondern regelrecht „gelesen“ wird. Als wissenschaftliche Holzartenkollektion umfasst sie über 10.000 Holzproben und 22.000 Dünnschnittpräparate von mehr als 5.000 Gehölzarten – systematisch nach botanischen Familien geordnet und digital erfasst. Sie dient Forschung und Lehre als unverzichtbares Referenzwerk, etwa zur Bestimmung unbekannter Holzarten und im Rahmen des Holzartensicherungsgesetzes.
Von den Anfängen bis heute: Die Geschichte der Holzforschung München

| 1949 | Bayern plant Aufbau eines eigenen Holzforschungsinstituts. |
| 1954 | Franz Kollmann wird Professor an der LMU und Leiter des neuen Instituts für Holzforschung und Holztechnik (Stammsitz Prinz‑Leopold‑Kaserne). |
| 1954 | Institut startet mit fünf Abteilungen (Biologie, Chemie, Physik, mech. Technologie, Mechanik/Prüfung). |
| 1956 | Gründung der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Holzforschung München (GFF). |
| 1970 | TUM‑Gastgruppe unter Peter Glos beginnt systematische Festigkeitsversuche. |
| 1972 | Emeritierung von Franz Kollmann. |
| 1973 | Horst Schulz wird Institutsleiter; stärkere Ausrichtung zur Forstwirtschaft. |
| 1974 | Institut wird Teil der neuen Fakultät für Forstwissenschaften (LMU). |
| 1984 | Peter Glos wird Professor für Physikalische Holztechnologie. |
| 1992 | Verlegung der Forstwissenschaftlichen Fakultät nach Freising-Weihenstephan (HFM bleibt in München). |
| 1993 | Gerd Wegener wird Leiter des Instituts. |
| 1999 | Fakultät wechselt von der LMU zur Technischen Universität München (TUM). |
| 2000 | Institut wird in Holzforschung München (HFM) umbenannt und organisatorisch ins Wissenschaftszentrum Weihenstephan (WZW) integriert. |
| 2009 | Jan-Willem van de Kuilen wird Professor für Holztechnologie. |
| 2010 | Einrichtung des Fachgebiets Stoffstrommanagement unter Leitung von Gabriele Weber-Blaschke. |
| 2011 | Klaus Richter übernimmt den Lehrstuhl für Holzwissenschaft und die Leitung der HFM. |
| 2014 | J. Philipp Benz übernimmt die Abteilung Biologie mit der Tenure-Track Professur für Holz-Bioprozesse. |
| 2020 | Die Assistenzprofessur Holz-Bioprozesse wird zur Assoc.-Professur für Pilz-Biotechnologie in der Holzwissenschaft. |
| 2024 | Michaela Eder wird Professorin für Wood Science and Functionalization. |
| 2024 | Jubiläumsfeier 70 Jahre Holzforschung München. |
Holz als Rohstoff in der Kaskadennutzung
Prof. Weber Blaschke spricht über die nachhaltige und effiziente Nutzung von Holz durch Kaskadenverwertung (2:53-5:13 und 43:19-45:45).
TUM.wood - vom Baum zum Haus
Die Forschungsgruppe TUM.wood deckt die gesamte Wertschöpfungskette ab: vom Rohstoff aus dem Wald über die Materialtechnologie und Bauanwendungen bis hin zu Wiederverwendungs- und Recyclingstrategien.
Standort Schwabing-West
TUM School of Engineering and Design
Holzforschung München
Winzererstr. 45
80797 München
Standort Weihenstephan
TUM School of Life Sciences
Holzforschung München
Hans-Carl-von-Carlowitz-Platz 2
85354 Freising
hfm@tum.de
Die Ziele der HFM werden gefördert durch die GFF - Gesellschaft der Freunde und Förderer der Holzforschung München e. V..











